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Jahresbericht

2016

ambulanter Hospizdienst Sulingen und Umzu

Du gehst den Weg nicht allein“

 

 

 

 

Geh‘ nicht vor mir her,

ich könnte dir nicht folgen

denn ich suche meinen eigenen Weg.

 

Geh‘ nicht hinter mir,

ich bin gewiss kein Leiter.

 

Bitte bleib‘ an meiner Seite

und sei nichts

als Freund und mein Begleiter.

Albert Camus

 

 

 

 

Jahresbericht 2016 Ambulanter Hospizdienst Sulingen und Umzu

Schmelingstr. 47, Alexianer Klinik Sulingen, 27232 Sulingen

Koordinatorin: Patricia von Bodecker

Ehrenamtliche Vertretung: Ilona Kukemüller

Stand: Januar 2017

 

 

Vorbemerkung

Unsere Hospizgruppe begleitet Menschen in ihrer letzten Lebensphase, dazu gehört eine hohe soziale und emotionale Kompetenz. Die notwendige Nachhaltigkeit der hospizlichen Aufgaben muss rundum in einer qualitativen Arbeit gewährleistet sein. Zurzeit sind wir 34 ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie kommen aus den Samtgemeinden Kirchdorf, Schwaförden, Siedenburg und der Stadt Sulingen. Unser Dienst erstreckt sich auf diese Orte:

  • Gruppenstruktur: eigenständige Gruppe, organisiert sich selbst.

 

  • Träger: Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Kirchengemeinden im Sulinger Land,

wird der AHD Sulingen und Umzu, von der Ev.-luth.Kirchengemeinde Sulingen

getragen.

  • Hauptamtlich: angestellte Koordinatorin seit 01.01.2016, Patricia v. Bodecker

Ehrenamtliche Vertretung: Ilona Kukemüller

  • Hospizbeauftragte: seelsorgerliche Begleitung Pastorin Anja v. Issendorf

  • Leitungsteam: 7 Ehrenamtliche, 1 Hauptamtliche

Besprechung einmal im Monat

 

 

 

Unser Hospizdienst hat verschiedene Aufgabenbereiche:

 

  1. Begleitung

  2. Trauerarbeit

  3. Ambulanter Kinderhospizdienst

  4. Öffentlichkeitsarbeit

  5. Qualifizierungskurs

  6. Beratung und Information

  7. Netzwerkarbeit und Kooperation

  8. Fortbildung

  9. Gruppentreffen und Supervision

  10. Spenden und Unterstützung

 

 

 

 

1.Begleitung

 

Wir begleiten unabhängig von Nationalität, Weltanschauung oder Religion, zu Hause, im Pflegeheim und kommen auch auf Wunsch ins Krankenhaus.

In der Regel wird ein Erstgespräch mit Betroffenen, An- und Zugehörigen von der Koordinatorin oder deren ehrenamtlichen Vertretung durchgeführt. Dabei wird besprochen was benötigt und gewünscht wird. Die Begleitung wird möglichst von einem, manchmal auch von zwei Hospizbegleitern abwechselnd ausgeführt. Diese werden während ihrer Einsätze von der Koordinatorin unterstützt. Nach Beendigung der Begleitung findet auf Wunsch ein Abschlussgespräch der Begleiter mit der Koordinatorin statt. Es wird darauf geachtet, dass der Begleiter anschließend 2 - 4 Wochen pausiert. Nach 6 – 8 Wochen endet die Sterbebegleitung im häuslichen Bereich mit einem Abschlussgespräch für die nahen Zugehörigen. Es besteht die Möglichkeit der weiteren Trauerbegleitung, zB. im Trauercafe.

 

 

 

Wir haben 2016 insgesamt 30 Begleitungen abgeschlossen (2015/ 21 Begleitungen)

 

Zu Hause : 10 Begleitungen

Pflegeheim Suletal: 9 Begleitungen

Pflegeheim Haus am Park: 6 Begleitungen

Pflegeheim Landhaus Barrien: 1 Begleitung

Pflegezentrum Kirchdorfer Heide: 3 Begleitungen

Krankenhaus Sulingen: 1 Begleitung

 

 

Noch nicht abgeschlossene Begleitungen 20 Personen:

 

Zu Hause: 6 Begleitungen

Pflegeheim Suletal: 8 Begleitungen

Pflegeheim Haus am Park: 2 Begleitungen

Pflegeheim Landhaus Barrien: 1 Begleitung

Pflegezentrum Kirchdorfer Heide: 1 Begleitung

Heimstatt - Haus Morgensonne: 1 Begleitung

Cura Pflegezentrum Uchte: 1 Begleitung

 

 

2. Trauerarbeit

 

Nach Abschluss einer Begleitung bieten wir noch weitere Hilfen an.

Auf Wunsch können Einzelgespräche stattfinden.

Unser Trauercafe ist an jedem 1. Sonntag im Monat geöffnet.

Es ist ein „Offenes Trauercafe“, d.h. die Trauernden können unangemeldet kommen.

Im Rahmen des Trauercafes hat jeder die Möglichkeit sich mit Betroffenen auszutauschen. Das gegenseitige Verstehen ist dabei sehr hilfreich. Dadurch werden soziale Kontakte gefördert.

24 Personen haben regelmäßig an den verschiedenen Sonntagen das Angebot genutzt.

Durchschnittlich pro Monat 10 Personen.

 

 

3. Ambulanter Kinderhospizdienst

Wir kooperieren mit der ambulanten Kinderhozpizarbeit Löwenherz in Syke.

Ambulant unterstützt und begleitet werden kann jede Familie, in der ein unheilbar schwer krankes Kind lebt. Eine spezielle Schulung in der ambulanten Kinderhospizarbeit ist für eine solche Aufgabe Voraussetzung. Im letzten Jahr ist aus gesundheitlichen Gründen unsere ehrenamtliche Familienbegleiterin ausgeschieden. Sie hatte kontinuierlich einmal pro Woche ein 12-jähriges Mädchen mit lebensverkürzender Prognose besucht. Für die betroffene Familie war das eine sehr große Entlastung.

Zweimal im Jahr finden weitere Kooperations- und Koordinatoren Treffen statt. Schulung und Seminare finanzieren wir über Spendengelder. Ende 2016 haben sich zwei von unseren Ehrenamtlichen für die Ausbildung zur Familienbegleiterin entschieden und beginnen damit im März 2017.

 

 

4. Öffentlichkeitsarbeit

unsere Öffentlichkeitsarbeit dient dazu, Lebensthemen wie Sterben, Tod und Trauer in die Gesellschaft zu tragen, die Möglichkeit über diese Themen zu sprechen, sich auszutauschen und damit Vorurteile und Ängste abzubauen. Dazu organisieren wir gern unterschiedliche Veranstaltungen oder sind auf bestimmten Veranstaltungen präsent. Wie z.B.:

 

  • Kinoabend: im Filmpalast Sulingen, zweimal im Jahr. Es wurden gezeigt:

Oscar und die Dame in rosa“ und im November „Nokan - Die Kunst des Ausklangs“

  • Vorträge: zum Thema „Wer bestimmt am Lebensende“, Referent war Herr Wieczorek Pastoralreferent und Krankenhausseelsorger

  • Infostände: Informa in Sulingen in Zusammenarbeit mit dem Alexianer Klinikverbund, Diakonie auf dem Markt, Weihnachtsmarkt, in Kooperation mit der Lebenshilfe

 

 

 

  • Hospiz-Gottesdienste:


 

 

 

 

Anlässlich des Welthospiztages organisieren wir einmal im Jahr einen Gottesdienst

Diesmal fand er in der St.Marienkirche in Varrel statt. Sehr schön war die Zusammenarbeit mit dem Varreler Kirchenvorstand, Pastor Preibusch und die musikalische Unterstützung von Renate Renzelmann und Iris Siewert, Gesang und Gitarre, sowie Antje Zorn am Keyboard. Der Gottesdienst war sehr gut besucht, das war eine Freude für uns!

 

 

5. Qualifizierung zum Hospizbegleiter: Den Vorbereitungskurs zur Begleitung Sterbender führen wir, einmal im Jahr, in Zusammenarbeit mit den Hospizgruppen Bassum und Syke durch. Die Ausbildung wird unterstützt durch die Kirchenkreise Grafschaft Diepholz und Syke- Hoya.

Die Ausbildungsstruktur und Inhalt richten sich dabei nach dem „Celler Modell“, das von dem Gemeindekolleg der Vereinigten ev. luth. Kirche (VELKD) in Celle entwickelt wurde.

Der insgesamt 80-100stündige Kurs umfasst einen Grundkurs, ein Praktikum (ca. 4 Mon.) und einen Vertiefungskurs. Selbsterfahrung zu Themen Sterben, Tod und Trauer, sowie Wahrnehmung und Kommunikation, Symbole in der Sprache Sterbender, Nähe und Distanz, rechtliche Aspekte, Palliativ care usw., werden thematisiert und vertieft. Dieses Jahr haben drei neue ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Qualifizierung beendet.

 

 

 

 

Im Sulinger Krankenhaus, Schmelingstr.47, nutzen wir diverse Räumlichkeiten für unsere Treffen.

 

 

 

6. Beratung und Information

 

Die Koordinatorin berät und informiert individuell bei der Organisation der häuslichen Pflege, bei der Sterbebegleitung, zu Fragen wie Palliativ Care, Angehörigen- und Trauerarbeit, Patienten Vorsorge, Vermittlung weiterer Hilfen und Ansprechpartner zu unseren Kooperationspartnern Palliativ-Stützpunkt oder SAPV-Pflegedienst, Palliativmediziner, Krebsberatung IGEL Barnstorf (ION), Seelsorger und andere.

 


 

7. Netzwerkarbeit und Kooperation

 

Unsere Kooperationspartner sind:

 

  • Palliativ-Stützpunkt LK DH, Sulingen

  • SAPV Pflegedienst Stecker, Sozialstation Sulingen und Pflegedienste im Sulinger Land

  • Pflegeheime im Sulinger Land

  • Palliativmediziner Herr Dr Altrogge, Frau Dr.Arndt, Frau Dr.med Nagel, Frau Dr.Salje-Wolff

  • Ambulante Kinderhospizarbeit Löwenherz, Syke

  • Alexianer Klinikverbund im LK DH

  • Regionale ambulante Hospizdienste im LK DH

  • die Psychosoziale Krebsberatungsstelle IGEL e.V., Barnstorf mit ihrem Interdisziplinären Onkologischen Netzwerk = ION

  • Wir sind Mitglied: Hospiz LAG Niedersachsen und Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin ( DGP )

 

Mit diesen Kooperationspartnern findet ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch statt.

Außerdem beteiligten wir uns an dem Projekt für die Organisation und Entwicklung des 1. Hospiz- und Palliativ Fachtages im Landkreis DH.

 

 

 

8. Fortbildungen

sichern unsere laufende Entwicklung im Hospizdienst und sind für eine qualifizierte Arbeit unerlässlich. Es wurden unterschiedliche externe Seminare besucht:

Blickwechsel: vom Umgang mit der Scham

Grundlagen einer einfühlsamen Begegnung mit Trauernden

Fundraising Workshop - Informationsbesuch im Hospiz Luise in Hannover, usw.

Koordinatorentreffen organisiert von der Ambulanten Kinderhospizarbeit Löwenherz

Ein Ehrenamtlicher hat im Nov. mit dem Multiplikatoren Kurs nach dem sogn. Celler Modell begonnen und ist im März fertig.

 

 

9. Gruppentreffen und Supervision

Einmal im Monat ist ein Gruppentreffen mit unterschiedlichen Themen - siehe Halbjahresplan 1 und 2.

Im Rahmen dieses Treffens bieten wir auch Fallbesprechung an.

Supervision wird seit 2016 unseren Sterbe- und Trauerbegleitern 4x im Jahr für 3 Std. angeboten. Sie bietet die Möglichkeit die hospizliche Arbeit (Begleitung) zu reflektieren und daraus zu lernen.

Jedes Jahr im Mai/Juni wird ein Workshop Wochenende mit einem bestimmten Thema angeboten. Vom 20.-22.05.16, waren wir in der Tagungsstätte Loccum und hatten Brigitte Meyer als Referentin zu dem Thema: „Mit Achtsamkeit und Selbstfürsorge für uns selbst - Resilienz entwickeln.“ Die Teilnehmer erlebten dieses Wochenende als persönliche Bereicherung. Mit so einem schönen Wochenende wird natürlich auch der Zusammenhalt der Gruppe gefördert.

 

 

10. Spenden und Unterstützung

 

Wir freuen uns über jede Unterstützung, sei es über eine Spende, Mitarbeit oder sonstige Aktivitäten. Durch die Spenden können wir Seminare besuchen, Referenten zur Fortbildung einladen, aktuelle Literatur besorgen, den Chor / Musik für Gottesdienste zahlen und vieles mehr.

 

Wir danken sehr für die Unterstützung und Spenden:

 

  • Alexianer Klinikverbund, für die kostenfreie Nutzung der Räumlichkeiten in der Klinik Sulingen.

( Gruppenabende, Kurse und Einzelgespräche)

  • DRK Sulingen, für die Bereitstellung von Räumlichkeiten für unser Trauercafe

  • Herrn Frank-Ullrich Becker, mit dessen Hilfe wir unsere Homepage pflegen

  • Familie Glandorf, mit ihrer Hilfe konnten wir die Filmabende realisieren

  • Herrn Wieczorek und Frau Oerter, die für uns kostenfrei referierten

  • Diesel Technik, DRK Kirchdorf und DRK Scharringhausen für die finanzielle Unterstützung

  • Familie Becker(Kirchdorf), Herr und Frau Kunst (Rathlosen), Herr und Frau Fietze (Sulingen)für die großzügige Spende, sowie allen anderen Einzelspendern

 

 

Wir danken sehr:

 

  • Der Arbeitsgemeinschaft der ev.luth.Kirchengemeinden Sulinger Land, sowie der ev. luth. Kirchengemeinde Sulingen für ihre Unterstützung

  • Für die Kollekten von den Kirchengemeinden Freistatt, Schwaförden, Sulingen, Kirchdorf und Varrel

  • Herr Pastor Preibusch, dem Varreler Kirchenvorstand mit deren Hilfe wir den Welthospiz-Gottesdienst ermöglichen konnten

  • Der Presse für regelmäßige Veröffentlichungen und Berichte

 

Allen Spendern und Unterstützern sagen wir ein herzliches Dankeschön, mit ihrer Hilfe können wir unseren Hospizdienst qualitativ verbessern und stärken!

 


 

 

 

 

 

 Patricia von Bodecker

 (Koordinatorin)

 

 

 

 

 

 

 Ilona Kukemüller

 (stellvertr. Koordinatorin)

 

Lasst uns eine Oase sein

wo man begeistert ist vom Leben,

auch von dem Leben,

das sehr viel Mühe kostet“

Phil Bosmans